Motorleistung bzw. Beschleunigung

  • Hallo Liebe Community,


    ich habe mir vor 3 Monaten einen Fiat Coupe gekauft und vor ungefähr einer Woche zugelassen. Das Fahrzeug ist von 1998 ein 20v 147ps mit nur 36 tkm runter. Ich fahre meinen Fiat nun schon seit ein paar Tagen und merke sofort, dass der Motor sich extrem lahm anfühlt. Eine 0-100 Beschleunigung von 8,5 sec steht im Internet, ich habe mindestens eine von ungefähr 14-15sec bei Vollgas. Der Drehzahlmesser bewegt sich auch nur sehr langsam. Hat vielleicht jemand eine Idee?


    MfG Christopher

  • Hallo Christopher.


    Das kann so vieles sein. Ich würde erst einmal die üblichen Verdächtigen untersuchen.

    Also Luftfilter, Benzinfilter, Benzinpumpe, Zündkerzen, Zündkabel, Schläuche und co. Wenn du die Möglichkeit hast das Coupe auszulesen, hilft das natürlich bei der Suche. Es kann aber auch der Kat/ Auspuff zugesetzt oder undicht sein. Ebenfalls wäre noch die Kompression zu testen und der Benzindruck zu prüfen.

    • Offizieller Beitrag

    Hi christopher, da bin ich ganz bei Tino. Da kommt sehr viel in Frage.

    Aber wenn der Motor nicht direkt ruckelt oder schwer anspringt, würde ich insbesondere die Ansaugung (Luftfilter, Drosselklappenöffnung,…) und die Abgasseite ins Visier nehmen.
    Ein defekter Kat, wo der Keramikkörper quer im Abgasstrom liegt, äußert sich auch so.
    Ansonsten kraftstoffdruck messen, Fehlerspeicher auslesen, Lambdasonde prüfen,…

  • In dem Zusammenhang wäre vielleicht auch die Vorgeschichte des Wagens ganz interessant.

    Nur 36tkm auf ein 26 Jahre altes Auto klingt nach sehr langen Standzeiten. Da können viele lustige Sachen passieren, die nicht mal direkt was mit der Technik oder einem Defekt zu tun haben müssen.

    Was ähnliches hatte ich mal bei meinem Panda. Irgendwann liess der auch was von seinem gewohnten (dezenten:P) Durchzug vermissen und das Ende vom Lied war, dass der gesamte Luftfilterkasten voll mit Eicheln und Zweigen war-kein Witz.

    Da hatte sich wohl ein Eichhörnchen ausgerechnet dort sein Lager angelegt, obwohl der einzige Zugang zum (im Inneren völlig dunklen) Luftfilterkasten ein etwa 20cm langer Schlauch mit vielleicht 5cm Durchmesser war.

    Im Auspuff kann man sowas oder ähnliches auch nicht ausschliessen also sollte man solche Überraschungen bei der Fehlersuche ruhig auch auf dem Schirm haben^^

    Der Knecht muss eilen, der Lord kann reisen.

  • Vielen Dank für die Antworten,


    Zur Vorgeschichte: Auto war im Erstbesitz einer nun 95 Jährigen Frau und vermutlich viel Kurzstrecke. Luftfilter sieht wie neu aus, Ansaugwege sind frei und der Motor läuft ruhig, rund und qualmt nicht. Daher scheint mir die Drosselkappe und Kat als sinnvolle Tipps, welche ich prüfen werde. Frage: Der Zahnriemen ist noch der Erste und sah Augenscheinlich gut aus. Hat Jemand Erfahrungen mit aus dem Werk heraus falsche Steuerzeiten / falsche Zahnriemeneinstellung ? Mein Onkel hat mir erzählt von einem Lancia aus den 90er Jahre, der erst nach einer ungewöhnlichen Verstellung der Steuerzeiten seine richtige Leistung entwickelte. Gab es auch sowas bei diesem Motor ?


    Viele Grüße,

    Christopher

  • Sollte tatsächlich noch der erste Zahnriemen verbaut sein, würde ich diesen sofort tauschen, wärme mir zu riskant mit einem 26 jährigen Riemen.

  • Ein kleiner Ausflug in meine Autovergangenheit.

    Also der Riemen bei meinem Coupe ist drei Jahre alt und hat rund 1.500Km runter und ja, selbst ich plane Ende 25´

    einen neuen Riemen zu verbauen. Ob das übertrieben ist, na ja, kann ich nicht sagen. Aber der Hersteller wird schon

    wissen, warum der Riemen so wartungsintensiv ist.

    Damals bei meinem Audi RS4 B5 war der Wechsel bei 60.000 Km fällig und bei neueren Modellen, die weniger stark

    motorisiert sind, sogar erst zwischen 150-200.000 Km.

    Bei den ganzen Italienern die ich bisher hatte, war der Zahnriemen immer so ein nerviges Bauteil, dass einen schon

    mal auf die Palme bringen konnte. Bei einem meiner damaligen Fahrzeuge musste die Hinterachse, Anbauteile sowie die Kühler

    demontiert werden, dann der ganze Motor raus um an den Riemen zu kommen. Die Vertragswerkstatt wollte für den

    Riemenwechsel satte €8.500,00, und das ist gut 15 Jahre her. Bei meinem Mechaniker ums Eck durfte ich dann trotzdem

    rund €4.000,00 auf den Tisch legen. Da stelle ich mir oft die Frage, ob man das Konstruktionsseitig nicht anders hätte lösen

    können oder ob man überhaupt an den Serviceaufwand gedacht hat?

    Danach habe ich mir vermehrt Fahrzeuge mit Steuerkette zugelegt und hier, sollte man auch darauf

    achten, was man kauft. Es gibt Motoren, ich hatte nämlich dieses Jahr mal wieder so einen Fall, die einem ebenso die Haare zu Berge

    stehen lassen. Ein modernerer V8 Diesel. Ein Horror, wenn da mal was ist und teilweise, übersteigen die Reparaturkosten

    den Zeitwert des Fahrzeugs. Wie so oft ist das Material nicht das Problem, sondern die Zeit die man benötigt, die Bauteile

    fachgerecht zu verbauen. Bei meinem Diesel waren die Gleitschienen sowie die Kettenspanner verschlissen. Im Zuge der

    Revision hat man natürlich alles in der Reparaturregion erneuert, Dichtungen, Kabel, Kurbelwellenentlüftung, Schläuche ec., um

    nicht dann nach kurzer Zeit wieder alles demontieren zu müssen. So habe ich das bei meinem Fiat Coupe auch gemacht, als der Motor rückseitig zur Spritzwand gut zugänglich war. Mein Fazit. Sich vor dem Kauf über die Ersatzteilversorgung als auch die Serviceaufwände

    informieren.


    Viele Grüße

    Anton