Fahrzeughistorie

  • Liebe Forumsgemeinde,


    heute komme ich mit folgendem Thema um die Ecke, der Fahrzeughistorie. Eine kurze Geschichte zur Einleitung. Ein Freund möchte gerne sein Fahrzeug verkaufen, das von ihm sehr gepflegt wurde und sich seit über fünf Jahren in seinem Besitz befindet. Das Fahrzeug ist mittlerweile gut 15 Jahre alt und er ist der vierte Besitzer. Nun möchte er sich von seinem Schmuckstück trennen, aber, potentielle Interessenten fragen nach der Historie. Er kann ihnen natürlich nur erzählen, was ihm damals beim Kauf alles erzählt wurde, womit die Interessenten nicht so ganz klar kommen. Nun hat er zwei Wochen Zeit, die Fahrzeughistorie lückenlos zu belegen. Aber, ist das so einfach? Folgende Schritte wurden eingeleitet:

    1. Der Vorbestizer wurde kontaktiert, der sich bzgl. Datenschutz bedeckt hält und keine Auskünfte erteilt (lt. ihm wurde das Fahrzeug zwischen 1-2Hd. einmal intern umgemeldet)

    2. Das Scheckheft ist lückenlos geführt worden. Die Werkstätten, bei denen das Fahrzeug gewesen ist, geben aus Datenschutzgründen, keine Auskunft bzw., es liegt zu lange zurück, sodass keine Unterlagen mehr vorhanden sind.

    3. Zulassungsstelle: Früher konnte man die Halterdaten anfordern, heute aus Datenschutzgründen nicht mehr möglich. Im Brief ist lediglich der letzte Vorhalter bzw. die Anzahl weiterer Halter ersichtlich.

    4. Polizei: Die Polizei könnte eine lückenlose Historie beim Kraftfahrtbundesamt anfordern, jedoch müsste hier ein dringender Tatverdacht bzgl. einer Straftat vorliegen.


    So, wie geht es weiter, bzgl. der Fahrzeughistorie? Hättet Ihr Kontakte zu Behörden bzw. eine Idee, wie man die Historie am besten belgen kann?


    Ich freu mich von Euch zu hören!


    Viele Grüße,

    Anton

  • Falls es sich um einen seltenen Oldtimer handelt, könnte auch der Hersteller Auskunft geben, falls er eine Historiensparte betreibt, wie z. B. Daimler Benz oder BMW.

  • Hi Anton, aufgrund von Datenschutzauflagen bekommt man heute wahrscheinlich nur sehr sehr schwer irgendwelche Auskünfte.

    Wenn man nicht durch alte Rechnungen zB noch was in der Hand hat, wird’s tricky.

    Jetzt kommt es aber auch drauf an, über welchen Fahrzeugwert man allgemein redet. Ein alter BMW E30, der heut auch überall für 20t€ steht in brauchbarem Zustand, rechtfertigt sicher noch keine großen Aufwände bei der Recherche.
    Aber wenn man von nem 300SL Flügeltürer spricht, könnte man vielleicht einen Autodetektiv einschalten. Die sind gut vernetzt und erfinden auch mal Vorwände, um an entscheidende Infos zu kommen. Ist natürlich nicht umsonst und daher auch nur interessant, wenn die Historie eine echte Wertsteigerung darstellt.

    Gruß Alex

  • Hi Alex, beim Fahrzeugwert bin ich natürlich ganz deiner Meinung und dieser Punkt wurde hier berücksichtigt. Der Wert des Fahrzeugs liegt heute bei >€90.000,00. Das mit dem Autodetektiv hört sich gut an, sollte man def. bei den nächsten Schritten berücksichtigen. Bin schon gespannt, was es hier in den nächsten Wochen zu berichten gibt :-)

    Gruß, Anton

  • Hi Anton, na in der Preisklasse könnte sich der Aufwand tatsächlich lohnen. Mit den neuen Zulassungsbescheinigungen ist das echt mies geworden. Ich habe mir daher auch immer die entwerteten Fahrzeugbriefe aushändigen lassen.
    Ohne spezielle Kontakte kommt man da sicher nicht weiter mit eigenen Recherchen. Dann mal viel Erfolg.

    Gruß Alex

  • als historie wären mir das lückenlose checkheft wohl das wichtigste.

    Die rechnungen zu evtl reparaturen wären natürlich die kirsche auf der sahne.

    Was bringt es zu wissen wem ein auto in der vergangenheit gehört hat( ein prominenter vorbesitzer wäre, warum auch immer, wohl wertsteigernd)

    Sollte ein auto mal gecrasht sein, und jemand will das verschleiern, wird man das wohl nur über ein gutachten feststellen können.

    Vg thomas

  • Hallo Thomas,

    ein weiterer, wie ich finde wichtiger Punkt wäre natürlich, dass das Fahrzeug unfallfrei ist. Aber was gilt eigentlich

    als unfallfrei?

    Laut Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln (Aktenzeichen 2 U 31/74) gilt ein PKW als unfallfrei, wenn er nur einen geringfügigen, oberflächlichen Schaden erlitten hat, der nicht erheblich ist und als Schönheitsfehler angesehen werden kann (z. B. Lackschäden oder Blechschäden). In diesem Zusammenhang wurden schon Teile gespachtelt und neu lackiert, bei stärkeren Oberflächenbeschädigungen ganze Türen, Kotflügel ec. getauscht und als "unfallfrei", verkauft. Je nach Bundesland und Gericht, wurde dem Verkäufer "Recht" zugesprochen, da ja "nur" oberflächlich eine Beschädigung vorhanden war, was man nicht als "erheblichen" Schaden einstufte, also nicht der Rahmen verzogen war. Na ja, sag ich da blos. Wenn man sich nich sicher ist, gerade ab einer gewissen Kaufsumme, würde ich sowie immer einen Gutachter mit ins Boot nehmen.

    Viele Grüße

    Anton

  • Hi,


    Vielleicht doch erstmal das Auto mit einem Fachmann Begutachten bevor eine solche Summe ausgegeben wird.

    Wenn er Wirklich Orginal und Unfallfrei (Rahmen und Motor) ist, dann macht es am meisten Sinn die Historie zu hinterfragen.

    Vielleicht kommt man vom Letzte Besitzer zu Vorletzten Besitzer usw.


    Gruß Daniel

    "Fünf" sind einer mehr!:P